Ein Teil des von der Regierung beschlossenen Corona- Konjunkturprogramm ist die befristete Absenkung des allgemeinen und ermäßigten Umsatzsteuersatzes. Der ENTWURF des Bundesministerium der Finanzen wurde nun verabschiedet. (ENWURF des BMF- Schreibens, Dok 2020/0562372)
Somit werden in der Zeit vom 01.07. bis zum 31.12.2020 die beiden Umsatzsteuersätze von 19% auf 16% und von 7% auf 5% gesenkt.

Der Beschluss sorgt nicht nur im Einzelhandel für zusätzlichen Aufwand. Denn für die Umstellung ist nur vom 03.06. bis zum 30.06. Zeit. Auch wenn nicht jeder Artikel für diesen Zeitraum neu ausgezeichnet werden muss, so gibt es viele Vorkehrungen die getroffen werden müssen.

Aber auch Handwerksbetriebe stellen sich die Frage, wie in diesem Zeitraum Rechnungen zu schreiben sind und welche Anpassungen bei der Buchführung vorgenommen werden müssen.

Wir möchte Ihnen die Änderungen für Werkslieferungen und Werksleistungen aufzeigen.

(Maßgeblich ist der ENWURF des BMF- Schreibens) Nachzulesen im Punkt 3.2.1, Rzn 19:

Werklieferungen oder Werkleistungen, unterliegen insgesamt der Besteuerung nach den Umsatzsteuersätzen von 16% bzw. 5%, wenn sie zwischen dem 01.07. und 31.12.2020 ausgeführt werden.

Eine andere umsatzsteuerrechtliche Behandlung kommt nur in Betracht, soweit Werklieferungen und Werkleistungen wirtschaftlich teilbar sind und in Teilleistungen erbracht werden (vgl Rzn 20 und 21)

Wann ist der Zeitpunkt für die Umsatzbesteuerung eingetreten?

Bei viele Geschäften ist der Zeitpunkt der Leistungsausführung (§27 Abs. UStG) für die Berechnung der Umsatzsteuer maßgeblich. Jedoch trifft diese Regelung nicht auf alle Geschäftsvorfälle zu.

Die Besonderheiten von Dauerleistungen, der Einlösung von Gutscheinen oder die Besteuerung von Strom, Gas und Wärme lesen Sie bitte entsprechend nach. Auch bei Unsicherheiten bei der Rechnungserstellung empfehlen wir Ihnen, sich mit Ihren steuerlichen Berater in Verbindung zu setzen.

Auf drei Geschäftsvorfälle möchten wir genauer eingehen und klären wann der Zeitpunkt der Leistungsausführung eingetroffen ist.

  • Bewegliche Lieferung (§3 Abs. 6 Satz 1 UStG):
    Zeitpunkt des Beginns des Transport
  • Unbewegliche Lieferung (§3 Abs. 7 Satz 1 UStG):
    Zeitpunkt der Verschaffung der Verfügbarkeit
  • Dienstleistung (Abschnitt 13.1 Abs. 3 UStAE):
    Ende des Leistungszeitraums

Ausführung und Abrechnung von Teilleistungen

Hier möchten wir wieder aus dem ENTWURF zitieren:

Teilleistungen sind wirtschaftlich abgrenzbare Teile einheitlicher Leistungen (z.B. Werklieferungen und Werkleistungen), für die das Entgelt gesondert vereinbart wird und die demnach statt der einheitlichen Gesamtleistung geschuldet werden.
Auf Teilleistungen, die vor dem 01.07.2020 erbracht werden, sind die bis zum 30.06.2020 geltenden Umsatzsteuersätze von 19% und 7% anzuwenden. Später ausgeführte Teilleistungen sind den befristeten Umsatzsteuersätzen von 16% bzw 5% zu unterwerfen.

Hier ein paar Fallbeispiele: (aus Gründen der Vereinfachung wird nur 19% und 16% dargestellt)

  • (Teil-)Leistungserbringung bis 30.06.2020, Anzahlung unerheblich
    Regelsteuersatz von 19%
  • (Teil-)Leistungserbringung zwischen 01.07.2020 und 31.12.2020, keine Anzahlung vor dem 01.07.2020
    Regelsteuersatz von 16%
  • (Teil-)Leistungserbringung zwischen 01.07.2020 und 31.12.2020, Anzahlung bereits vor dem 01.07.2020
    Die Anzahlung wird mit 19% versteuert. Bei Ausführung der Leistung im Zeitraum zwischen dem 01.07.2020 und 31.12.2020 erfolgt nachträglich eine Entlastung von 3%.
  • (Teil-)Leistungserbringung nach dem 31.12.2020, keine Anzahlung vor dem 01.01.2021
    Regelsteuersatz von 19%
  • (Teil-)Leistungserbringung nach dem 31.12.2020, Anzahlung im Zeitraum zwischen dem 01.07.2020 und 31.12.2020
    Die Anzahlung wird mit 16% versteuert. Bei Ausführung der Leistung ab 2021 hat eine Nachversteuerung von 3% zu erfolgen.

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